Sonntag, 23. November 2014

[Rezension] "Rauklands Blut" von Jordis Lank

Copyright El Gato Verlagshaus
Titel: "Rauklands Blut"

Autor: Jordis Lank


ÜbersetzerIn: -

Verlag: El Gato Verlagshaus
 
Format: Taschenbuch / eBook

Preis: 13,90€ / 3,99€

Seiten: 350


ISBN: 978-3943596366



Rauklands Blut von Jordis Lank

Ich bin ein großer Fan von Reihen, wenn sie gut geschrieben sind. Leider hat man heutzutage nicht oft so viel Glück, doch ab und zu gibt es ein Licht am Ende des Tunnels. Die „Raukland Trilogie“ ist so ein Licht und ich hatte das große Glück auch den 2. Teil „Rauklands Blut“ als Rezensionsexemplar zu erhalten. Dafür möchte ich mich bei der Autorin Jordis Lank und bei dem Verlagshaus El Gato bedanken.

Seit Ronan von Lannoch wiedergekehrt ist, hat er sich stark verändert. Er hat sich nicht nur in die kleine Insel und die Bewohner verliebt, sondern auch in die Prinzessin Eila. Leider wird das nicht von jedem gern gesehen. Ronans Lehrmeister ist gegen die Verbindung und auch Ronans Vater Azael kann keinen Gefallen an dieser Beziehung finden. Ihm sind romantische Beziehungen fremd. Als hätte Ronan nicht schon allerhand zu tun, hängt ihm auch sein älterer Bruder Broghan im Nacken. Dieser will Raukland unbedingt für sich und demütigt Ronan dafür immer wieder. Broghan geht über Leichen (im wahrsten Sinne des Wortes), um der König von Raukland zu werden. Leider ist er auch noch ein hervorragender Bogenschütze. Ronan wird klar, dass er auf seinen Lehrmeister Zhodan hätte hören und Broghan schon auf Lannoch hätte töten sollen. Doch jetzt ist es zu spät und er muss Eila einmal mehr vor den Gefahren Rauklands schützen. Zu allem Überfluss will Azael auch noch in den Krieg, um die Landesgrenze zu verteidigen und mehr Land zu erkämpfen. Doch Ronan will keinen Krieg. Einmal mehr merkt er, dass er anders ist, als alle Könige Rauklands. Er strebt nach Frieden und wird nicht von seiner Grausamkeit beherrscht. Mehr und mehr beginnen die Zweifel in ihm zu wachsen. Ist Raukland ihm so wichtig wie Lannoch? Und besteht vielleicht die Möglichkeit den Frieden auf Lannoch mit Eila zu finden?
Während Ronan damit beschäftigt ist, seinen Vater zu besänftigen und Broghan aufzuhalten, wird Ronans Schwester angegriffen. Alles was ihm Lieb und Teuer ist in Gefahr und Ronan ist nun auf Rache aus...

Der erste Band der „Raukland Trilogie“ hat mich bereits für sich eingenommen. Umso gespannter war ich dann auf „Rauklands Blut“. Ich habe oft genug miterlebt, dass der 2. Band im Vergleich zum Ersten etwas schlechter abschneidet, doch nicht so bei dieser Trilogie. Ich fand „Rauklands Blut“ ein bisschen besser als den Vorgänger. Der Leser bekommt in „Rauklands Blut“ einen besseren Einblick in die raue Welt von Raukland. Auspeitschungen zur Bestrafung stehen hier an der Tagesordnung. Ich finde den Kontrast zwischen den Sitten von Lannoch und Raukland absolut gelungen. Man lernt in „Rauklands Blut“ die friedliche Art des Königs und der Bewohner von Lannoch wirklich zu schätzen. Diese beiden Welten prallen nun aufeinander und das dies nicht ohne Reibung abläuft dürfte jedem klar sein. Jordis Lank hat die Zerrissenheit, in der sich Ronan dadurch befindet, perfekt ausgeleuchtet, sodass dem Leser von Ronans weicher Seite nichts verborgen bleibt. Schon in Lannoch konnte ich Bekanntschaft mit dieser Seite machen, doch ich war davon in „Rauklands Blut“ beeindruckter. Immerhin ist es schwieriger in so einer rauen Umgebung, in der einen jeder kennt, gut herzig zu sein, als in Lannoch, wo es an der Tagesordnung steht, freundlich zu sein. Jordis Lank ist es auch gelungen die Spannung von Seite zu Seite aufrecht zu erhalten. Einen Gegenspieler wie Broghan einzusetzen, ist ein brillanter Geniestreich gewesen, da Broghan nicht leicht zu töten ist. Der Schreibstil der Autorin macht es einem sehr leicht in das Buch einzutauchen, aber er macht es umso schwieriger wieder in die reale Welt zu finden.
Man lernt in diesem Teil alte Charaktere besser kennen, aber auch neue Charaktere haben ihren Auftritt in „Rauklands Blut“. Ronan gefiel mir von Seite zu Seite immer besser, da er immer menschlichere Züge annimmt und starke Gefühle, wie Wut, Schmerz, aber auch Freude zulässt. Er stellt sich immer öfter die Frage, ob sein zukünftiges Königreich das ist, was er will oder ob die Liebe wichtiger ist, als jedes Besitztum. Mehr und mehr gerät er in einen Konflikt und dieses Mal lässt er den Gedanken zu, dass seine Zukunft nicht in Raukland begründet liegt. Dies hat auch etwas mit Eila zu tun. Eila wird zu einer sehr starken weiblichen Protagonistin, die sich nicht hinter dem Rücken eines Mannes verstecken muss, sondern ihren eigenen Weg geht und sich selbst beschützen kann. Diese Entwicklung mitzuerleben hat mir eine sehr große Freude bereitet. Zhodan fand ich ja immer sehr gefühlskalt, aber man erfährt in „Rauklands Blut“ mehr über seine Beweggründe und ich kann ihn jetzt wirklich verstehen. Auch wenn ich seine Methoden nicht gutheißen kann, ist mir Zhodan nicht mehr so unsympathisch wie am Anfang.
Das Cover von „Rauklands Blut“ schillert dieses Mal in einem sehr kräftigen Rot, was optimal zum Titel passt. Das Cover hebt sich von den vielen 0/8/15 Covern ab und unterstreicht das hohe Niveau des Buches.
Alles in allem konnte mich „Rauklands Blut“ von Jordis Lank außerordentlich gut unterhalten und ich freue mich schon über die Maßen auf den letzten Band der Trilogie.

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