Dienstag, 28. Oktober 2014

[Rezension] „Lockwood & Co. - Der wispernde Schädel“ von Jonathan Stroud

Copyright cbj Verlag

Titel: Lockwood & Co. - Der wispernde Schädel

Autor: Jonathan Stroud

ÜbersetzerIn: Katharina Orgaß

Verlag: cbj Verlag
 
Format: Hardcover / eBook

Preis: 18,99€ / 14,99€

Seiten: 512


ISBN: 978-3570157107



Lockwood & Co. - Der wispernde Schädel von Jonathan Stroud

Nach dem ersten Band der „Lockwood & Co.“ - Reihe von Jonathan Stroud wollte ich unbedingt wissen wie es weitergeht. Gott sei Dank durfte ich mich zu den Glücklichen zählen, die vom cbj Verlag „Lockwood & Co. - Der wispernde Schädel“ als Rezessionsexemplare erhalten haben, wofür ich mich hier herzlich bedanken möchte. Denn endlich konnte ich wieder am Agenturalltag teilnehmen und die drei Agenten während ihrer spannenden Aufträge begleiten.

Die Agenten für Geisterbekämpfungen aller Art sind wieder da! Seit ihrem letzten Abenteuer ist die Agentur „Lockwood & Co.“ in aller Munde. Die drei Agenten Lockwood, Lucy und George haben viel zu tun und können sich somit vor Geistern nicht retten. Ihr neuer Auftrag führt sie auf einen Friedhof, der nach und nach von Geistern befreit werden soll. Der Auftrag erweist sich allerdings als schwieriger als gedacht. Obwohl die Quelle der Geistererscheinung ordnungsgemäß verplompt wurde, können Fehler passieren. Das müssen auch die Agenten von Lockwood & Co. erfahren, als George mit einem der Arbeiter vor die Quelle tritt und das Eisennetz, was als Sicherheit dienen sollte, verrutscht. Plötzlich taucht der Geist des Toten auf und nur mit einem gewagten Manöver schafft es Lucy den Geist Einhalt zu gebieten. Und noch etwas ist seltsam an dem Auftrag. In dem Eisensarg, der die Quelle des Geistes ist, liegt neben der mumifizierten Leichen ein Spiegel, ein sogenanntes Artefakt. Viele solcher Artefakte sind gefährlich, andere wiederum nicht so sehr. Doch dieser Spiegel strahlt eine dunkle Macht aus und allen dreien ist bewusst, dass sie da auf etwas schwerwiegendes gestoßen sind. Die drei Agenten verplompen die Quelle erneut und machen sich auf den Heimweg. Am Morgen nach dem Auftrag werden sie jedoch zu Scotland Yard gerufen, wo sie eine bittere Neuigkeit ereilt. Der Spiegel ist verschwunden. Der anfänglich so routinemäßige Auftrag entwickelt sich langsam zu einem komplexen Problem, denn der Weg des Spiegels ist mit Leichen gepflastert und es soll nicht lange dauern, bis sie den ersten Toten entdecken. Für Lockwood, Lucy und George beginnt ein Wettlauf mit der Zeit, da mit jeder Sekunde die vergeht, ein neuer Mensch dem Spiegel zum Opfer fällt...

Wie habe ich mich auf diese Fortsetzung gefreut. Jonathan Stroud konnte mich schon mit dem ersten Band „Lockwood & Co. - Die seufzende Wendeltreppe“ in seinen Bann ziehen. Ich ahnte damals noch nicht, dass sich dieser Zustand bei dem zweiten Band „Lockwood & Co. - Der wispernde Schädel“ verschlimmern sollte. Ich lese in der Woche eigentlich nicht bis in die Nacht hinein, da ich ja am nächsten Tag wieder in die Uni musste. Als ich „Lockwood & Co. - Der wispernde Schädel“ beendet, war es 4 Uhr am Morgen und ich dementsprechend müde, aber auch verdammt glücklich. Ich beendete das Buch mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Das Buch ist einfach fabelhaft, aber irgendwie war ich traurig, dass es so schnell endete und ich (wie logischerweise jeder Leser der Bücher) jetzt eine ganze Weile auf den nächsten Band warten muss. Aber sei es drum. Wie ihr bestimmt schon mitbekommen habt, bin ich von der ganzen Geschichte absolut überzeugt. Ich finde Geister einfach noch nicht so verbraucht, wie Vampire oder Werwölfe. Auch wenn es natürlich Bücher und Filme über Geister gibt, ist kein Buch so wie „Lockwood & Co.“. Obwohl ich Geister durchaus gruselig finde, schafft es Jonathan Stroud perfekt die Wage zu halten, damit die ganze Geschichte nicht irrsinnig wirkt. Natürlich haben wir das Problem (noch) nicht, welches im Buch geschildert wird. Aber wenn wir uns mal in die Lage der Menschen in „Lockwood & Co.“ versetzen, würde ich schon behaupten, dass das ganze plausibel ist. Was man in diesem Buch (zum Glück) vergeblich sucht, sind Logikfehler. Alles ist ineinander schlüssig. Vor allem finde ich aber die Location, die er gewählt hat, absolut passend für die Thematik. London ist mit Abstand meine Lieblingsstadt, denn sie hat einfach etwas mystisches und magisches an sich. Ich meine, in der Stadt in der ich lebe ist Nebel einfach Nebel, doch wenn man diesen Nebel nach London verlegt, bekomme ich sofort Gänsehaut und meine Fantasie geht mit mir durch. Ich kann mir für dieses Buch auch keine andere Stadt mehr vorstellen. Auch der Schreibstil war dieses mal wieder sehr fantasievoll und sarkastisch. Die Dialoge zwischen den Protagonistin ließen mich nicht selten laut auflachen. Jonathan Stroud schafft es einfach überall Sarkasmus einfließen zu lassen ohne das er unpassend wirkt.
So sarkastisch wie die Dialoge sind auch die Charaktere des Buches. Lucy, aus deren Sicht die Handlung erzählt wird, ist ein starker Charakter. Ich glaube das muss sie aber auch sein, damit sie sich vor ihren Kollegen behaupten kann. Denn weder Lockwood noch George sind auf den Mund gefallen. Doch Lucy lebt sich gut ein und ist ein geschätztes Mitglied der Truppe. Vor allem wegen ihrer sehr ausgeprägten Gabe wird sie geachtet. Ich finde Lucy ist in meinen Augen der Kleber der die Agentur zusammenhält. Ich finde es sehr angenehm, dass Lucy immer abzuschätzen weiß, wann sie ihre Gedanken laut aussprechen und wann sie sie lieber für sich behalten sollte. George ist da schon von einem ganz anderen Schlag. Er interessiert sich mehr für die Recherchen und Forschungsarbeiten. George lässt häufig mal den ein oder anderen Spruch fallen, der auf außenstehende schnell beleidigend wirken kann. Er ist kein einfacher Charakter aber trotzdem liebenswert. Ich glaube, er brauch seine Zeit um jemanden zu vertrauen. In dieser Eigenschaft ähnelt er Lockwood sehr. Dieser ist sehr zurückgezogen und behält einige Geheimnisse für sich. Er wirkt manchmal etwas eingebildet, aber nicht so sehr, dass es unangenehm ist. Lockwood denkt meistens an die Konsequenzen seines Handelns und ändert es gegebenenfalls. Das ist eine Eigenschaft die ihn ausmacht.
Ich liebe ja rot und als ich sah, dass das Cover von „Lockwood & Co. - Der wispernde Schädel“ in rot nur so erstrahlt, war ich einfach nur begeistert. Der Schädel der beinahe das ganze Cover einnimmt und in dem zwei Degen stecken, passt sowohl zu dem Untertitel als auch zum Inhalt des Buches. Und wieder zeigt sich, dass ein Cover auch ohne viele Schnörkel und viel Schnickschnack funktioniert.
Ich kann von „Lockwood & Co. - Der wispernde Schädel“ nur gutes Berichten und falls ihr diese Bücher noch nicht gelesen habt, dann geht ganz schnell zum Buchhändler oder zur Buchhändlerin eures Vertrauens (oder auch in die Bibliothek) und kauft (leiht) euch dieses Buch. Es ist jede Sekunde eurer Zeit wert!

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