Samstag, 11. Oktober 2014

[Rezension] "Fanny in der Hölle 2" von Wolfgang Bellaire

Copyright Nordfriesischer Kinderbuchverlag
Titel: Fanny in der Hölle 2

Autor: Wolfgang Bellaire


ÜbersetzerIn: -

Verlag: Nordfriesischer Kinderbuchverlag
 
Format: Hardcover / eBook

Preis: 17,90€ / 3,99€

Seiten: 188


ISBN: 978-3944243153



Fanny in der Hölle 2 von Wolfgang Bellaire

Wolfgang Bellaire gehört schon sehr lange zu meinen Lieblingsautoren. So war es mir eine große Freude und eine noch größere Ehre sein Buch „Fanny in der Hölle 2“ zu lesen und zu rezensieren. Wie auch sein Vorgänger erschien „Fanny in der Hölle 2“ im Nordfriesischen Kinderbuchverlag.

Fanny ist kein gewöhnliches Mädchen, denn zusätzlich zu ihren vielen Problemen muss sie den Weltuntergang aufhalten. Sie hat außerdem Zugang zur Hölle und hat dort mehr als eine abscheuliche Erfahrung erlebt. Eigentlich sollte man meinen, dass es Fanny besser geht, wenn sie aus dieser Hölle wieder verschwinden kann, doch leider kommt sie dadurch von dem Regen in die Traufe. Denn auch ihr Leben auf der Erde ist nicht wirklich berauschend. Sie „lebt“ in einer Psychiatrie und wacht sehr oft ans Bett gefesselt auf. Als wäre das noch nicht genug, will ihr der Chefarzt ein oder zwei Organe entnehmen, weil er der festen Meinung ist, dass sie das wieder heilen kann. Er benutzt seine Patienten als Versuchskaninchen. Für Fanny steht fest, dass sie fliehen muss. Obwohl man ihr einige Medikamente verabreicht hat, schafft sie es zu fliehen und stürzt sofort ins nächste Abenteuer. Doch leider ist dieses Abenteuer nicht positiver Natur. Sie wird von einer alten Dame in ein schäbiges Haus geführt. Sie begegnet dabei vielen zwielichtigen Gestalten. Als sie und die Dame, die ihr Aussehen in der Zwischenzeit geändert hat, in ein Schlafzimmer gehen, wandelt diese wieder ihre Gestalt in einen Dämon. Dieser will sie vergewaltigen und Fanny kann sich nur retten, in dem sie unbewusst ein exaktes Bodydouble von ihr selbst anfertigt. Wie sie das gemacht hat, ist Fanny ein Rätsel, doch auch wenn ihr Double ihr auf die Sprünge helfen muss, flieht Fanny erneut und stürzt abermals in ein schwarzes Loch. Doch wo wird sie dieses Mal herauskommen? Und wird Fanny den drohenden Weltuntergang noch aufhalten können?
 
Als ich mit dem Lesen begann, bekam ich einen Eindruck davon, wie schnell die Handlungen in diesem Buch ablaufen würden. Mit rasantem Tempo erzählt uns Wolfgang Bellaire die Geschichte von Fanny und dem bevorstehenden Weltuntergang. Ich persönlich finde es großartig, wenn eine Handlung schnell voran geht, jedoch dürfen dabei die Details und die möglichst nachvollziehbare Logik nicht auf der Strecke bleiben. Das war anfänglich jedoch der Fall. Denn immer öfter habe ich mich gefragt, wie Fanny an ihren derzeitigen Handlungsort gekommen ist. Es wurde nicht wirklich beschrieben und verwirrte mich ab und an. Was ich an den Büchern von Wolfgang Bellaire jedoch immer großartig finde und worauf ich mich immer verlassen kann, ist die Fantasie. Der Autor beschreibt eindrucksvolle Geschehnisse und schmückt sie mit viel Einfallsreichtum ideal aus. So wurde mir mal wieder ein hoher Lesegenuss garantiert. Besonders großartig fand ich dieses Mal Fanny. Auch in „Fanny in der Hölle 1“ mochte ich sie, doch jetzt wuchs sie mir richtig ans Herz. Denn wer mit 13 Jahren so viel durchmachen musste, wie Fanny und trotzdem „normal“ bleibt, ist für mich einer der beeindruckendsten Menschen der Welt. Ich meine, welches junge Mädchen würde nicht durchdrehen, wenn es in einer Psychiatrie festgehalten wird, man ihm Organe entnehmen will, weil es angeblich dann geheilt wäre und man es nach der Flucht fast vergewaltigt. Mal abgesehen davon, was Fanny davor schon alles durchgemacht hat, ist es eine sehr eindrucksvolle Leistung, dies ohne jeglichen oder geringen Schaden durchzustehen. Ich finde die Stärke die dieses Mädchen ausstrahlt sehr inspirierend. Viele der Charakter, vor allem aber der Chefarzt der Psychiatrie, bleiben mir als sehr gruselig in Erinnerung.
Der Schreibstil von Wolfgang Bellaire ist sehr poetisch und doch leicht verständlich. „Fanny in der Hölle 2“ hat mir persönlich wesentlich besser gefallen als der erste. Vor allem aber, weil das Religiöse nicht mehr dominierte.
Das Cover von „Fanny in der Hölle 2“ ist abgesehen von der Farbe identisch mit dem ersten Cover und passt definitiv zu der Handlung. Ich habe mir Fanny auch genauso vorgestellt, wie das Mädchen, welches auf dem Cover abgebildet ist.
Was ich noch erwähnen möchte, sind die Zeichnungen in dem Buch. Sie sind einfach wunderschön und spiegeln den Gesamteindruck, den ich von dem Buch habe wieder. Denn der Verlag und der Autor geben sich immer sehr viel Mühe bei der Gestaltung.
Alles in allem konnte mich „Fanny in der Hölle 2“ von sich überzeugen und ich möchte dieses Buch jedem junggebliebenen Erwachsenen empfehlen, der viel Sinn für Fantasie hat und in die Geschichte von Fanny abtauchen will.


Kommentare:

  1. Hallo Maria :)

    bei der Thematik, die du da beschreibst, versuchte Vergewaltigung und Organraub, ist dann das Buch nicht eher was für Jugendliche und Erwachsene, als für Kinder?

    Liebe Grüße
    Cindy

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    1. Hallo meine liebe Cindy,

      ich denke der Verlag trifft die Zielgruppe ganz gut: "junge Erwachsene". Also ich würde das Buch meinen potentiellen Kindern nicht zum Lesen geben. Erst wenn sie etwas älter sind.

      Viele liebe Grüße
      Maria

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