Freitag, 31. Oktober 2014

[Rezension] "Die Jägerin - Die Anfänge" von Nadja Losbohm


Copyright Nadja Losbohm
Titel: "Die Jägerin - Die Anfänge"

Autor: Nadja Losbohm


ÜbersetzerIn: -

Verlag: Selfpublishing
 
Format: Taschenbuch / eBook

Preis: 7,28€ / 2,99€

Seiten: 206


ISBN: 978-1482746419




Die Jägerin - Die Anfänge von Nadja Losbohm

Eine meiner absoluten Lieblingsserien als Teenager war „Buffy – The Vampire Slayer“ (was im Deutschen soviel heißt, wie "Buffy - die Vampirjägerin", jedoch mit Buffy – Im Bann der Dämonen übersetzt wurde). Und auch heute noch liebe ich die Serie. Als die Autorin Nadja Losbohm mich fragte, ob ich ihr Buch „Die Jägerin – die Anfänge“ lesen möchte, sagte ich, sofort zu, da ich sofort eine Assoziation zu der oben erwähnten Serie zog. Ich war sehr gespannt auf das Buch, denn so lernte ich eine andere „Jägerinnenwelt“ kennen.

Ada Pearce Leben verlief alles andere als rosig. Von Freunden und Verwandten ausgenutzt, wendet sie sich nach einem langen emotionalen Kampf von ihnen ab und lebt ihr eigenes Leben. Jedes Möbelstück in ihrer kleinen Wohnung hat sie sich hart erarbeiten müssen und für alles muss sie lange sparen. Auch für ihre neuen T-Shirts musste sie jeden Penny zweimal umdrehen. Umso glücklicher ist sie, als ihre langersehnten T-Shirts endlich auf dem Weg zu ihr sind. Doch sie hat sich zu früh gefreut. Ausgerechnet an dem Tag, an dem sie nicht Zuhause ist, kommen die T-Shirts an und werden bei einem Nachbarn abgegeben. Ada will nichts weiter als die T-Shirts abholen und dann verschwinden. Leider macht es ihr ihr Nachbar nicht gerade einfach. Bevor sie mit ihren T-Shirts verschwinden kann, muss sie für ihn noch ein Paket an der alten Kirche der Gemeinde abgeben. Zusammen machen sich die beiden auf den Weg, doch Ada wird das Gefühl nicht los, dass etwas mit dem alten Mann nicht stimmt. Und sie soll Recht behalten. In der Kirche begegnet ihnen der Priester der Kirche. Er nennt sich Pater Michael und eröffnet Ada das Schicksal ihrer Geburt. Sie ist die Jägerin. Sie ist auserwählt gegen die Dämonen der Welt zu kämpfen und sie zu besiegen. Erst kann sie sich dieses Leben nicht vorstellen, doch nach und nach beginnt sie zu begreifen, wie wichtig diese Aufgabe ist. Von Ada hängt die Zukunft der Menschheit ab. Während ihres harten Trainings kommt sie dabei Pater Michael immer näher. Die Nähe birgt jedoch eine reelle Gefahr. Denn als wären die Dämonen und Vampire, die die Menschen bedrohen, noch nicht genug, wird die Jägerin die Menschheit bald 
nicht mehr beschützen können und deswegen geht sie einen gewagten Schritt...

Wie ich bereits oben erwähnte, hatte ich aufgrund des Titels und des Klappentextes eine gewisse Assoziation zu „Buffy – The Vampire Slayer“. Als ich „Die Jägerin – die Anfänge“ jedoch beendete war von dieser Assoziation nicht mehr allzu viel übrig, was für mich weder positiv noch negativ ist. Die Geschichte an sich, fand ich wirklich gut. Nadja Losbohm hat sich wirklich sehr viel Mühe gegeben, die Geschichte anschaulich zu gestalten und diese Mühe hat sich definitiv gelohnt. Die Idee, dass alle 50 Jahre eine neue Jägerin oder ein neuer Jäger berufen wird und das immer zu ihrem bzw. seinem 21. Geburtstag war sehr schlüssig, jedoch problematisch. Die Autorin verschließt vor den Problemen, die sie aufgrund der Idee heraufbeschwört, nicht die Augen. Denn wenn eine Jägerin oder ein Jäger früh getötet wird, dauert es ziemlich lange bis der oder die Nächste kommt. Die Menschheit steht also eine Zeitlang ohne Beschützer_in da. Dieses Problem veranschaulicht aber, wie wichtig es ist, dass ein Jäger bzw. eine Jägerin eine vernünftige Ausbildung bekommt. Die Kirche als Unterschlupf für den Pater und Ada zu wählen, verlieh der ganzen Geschichte etwas mystisches. Aufgrund von Rückblenden wird die Geschichte von Ada erzählt, was sich als optimal erwies. Nadja Losbohm ging mit den Rückblenden geschickt um, sodass nie Langeweile aufkam. Was mir leider gefehlt hat, waren tiefgründigere Erläuterungen. Vor allem die Geschichte, wie der erste Vampir entstand, war für mich nur halb durchdacht. Ich meine, wenn ein Mann erhängt werden soll und der Strick reißt, warum ist aus ihm ein Vampir geworden? Normalerweise bleibt man ein Mensch. Mir
hat einfach noch eine schlüssige Erklärung gefehlt.
Ich mochte die Charaktere sehr gerne. Ada ist ein sehr lustiger und liebevoller Charakter. Manchmal war sie mir etwas zu störrisch, aber dieser Eindruck legte sich, als Ada älter wurde. Sie ist sehr verantwortungsbewusst und sieht auch ihre Fehler ein. Dieser letzte Charakterzug machte sie für mich unentbehrlich. Auch ihre Hartnäckigkeit ist für die Geschichte nicht unerheblich. Denn sonst hätte sie das Herz des Paters nie für sich erweichen können. Viele Mädchen bzw. Frauen hätten den Pater gemieden, da er anfänglich sehr kalt rüber kam. Warum er so ist, erfährt man im Laufe des Buches. Seine Schüchternheit im Umgang mit Ada machten ihn aber wieder sympathisch. Die Handlung geht sehr schnell vorwärts, ohne das ich das Gefühl hatte, nicht mehr mitzukommen.
Das Cover passt eindeutig zur Handlung. Es ist für mich jetzt kein Augenschmaus, aber doch
ansprechend.
„Die Jägerin – die Anfänge“ ist ein durchaus gelungener Auftakt zu einer Reihe, die, wie ich denke, mich noch sehr positiv überraschen wird. Ich bin sehr auf den zweiten Band gespannt, da einige Fragen noch offen sind, die mich beschäftigen. Wer Lust auf eine witzige, spannende und ausgeklügelte Geschichte hat, sollte dieses Buch unbedingt lesen.


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