Dienstag, 16. September 2014

[Rezension] "Das Haus der verschwundenen Kinder" von Claire Legrand

Copyright Heyne fliegt Verlag
Titel: Das Haus der verschwundenen Kinder

Autor: Claire Legrand


ÜbersetzerIn: Astrid Finke

Verlag: Heyne fliegt Verlag

Format: Hardcover / eBook

Preis: 14,99€ / 11,99€

Seiten: 320


ISBN: 978-3453267787



Das Haus der verschwundenen Kinder von Claire Legrand

Ich bin immer sehr begeistert, wenn Verlage mir Vorschläge für Bücher machen, die ich rezensieren darf. Denn so komme ich auch zu Büchern, denen ich auf den ersten Blick vielleicht keine so große Beachtung geschenkt hätte. Zu dieser Kategorie gehört auch „Das Haus der verschwundenen Kinder“ von Claire Legrand, welches im Heyne fliegt Verlag erschienen ist. Ich möchte dem Heyne fliegt Verlag für dieses skurrile und sehr spannende Rezensionsexemplar meinen Dank aussprechen.

Victoria strebt immer nach Perfektion. Sie will in der Schule die Beste sein und eine zwei ist nicht akzeptabel. Sie hat auch keine Freunde, sondern nur ein „Projekt“ namens Lawrence. Lawrence hat trotz seines jungen Alters schon einen Streifen aus grauen Haaren auf seinem Kopf, er schlurft mehr als das er geht und er hat nicht die besten Noten, außerdem interessiert ihn nichts mehr als seine Musik, was nicht nur Victoria sondern auch seine Eltern zur Verzweiflung bringt. Nur der gemeinsame Musiklehrer ist von Lawrence Talent am Klavier begeistert und gibt ihn für seine musikalischen Leistungen eine eins auf dem Zeugnis, was Victoria zur Weißglut bringt, denn sie hat nur eine zwei. Mit ihrer Perfektion ist es nun hin und auch ihr Ruf als Jahrgangsbeste steht auf dem Spiel. Das kann Victoria nicht zulassen, doch dann verschwindet plötzlich Lawrence und ihre Noten geraten in den Hintergrund. Denn nicht nur Lawrence ist verschwunden, sondern auch viele andere Kinder aus ihrer Schule. Victoria ist sich sicher, dass hier etwas ganz und gar nicht stimmt. Natürlich beginnt sie mit dem was sie am besten kann: recherchieren. Und wo beginnt man bei einem verschwundenen Kind am besten mit der Recherche - natürlich bei den Eltern. Doch irgendetwas stimmt mit Lawrence Eltern nicht. Jeden Tag wenn Victoria nach dem Verschwinden von Lawrence fragt, sagen sie er sei bei seiner kranken Oma. Doch dabei haben sie so ein falsches aufgesetztes Lächeln auf den Lippen, welches Victoria merkwürdig vorkommt. Nach Tagen der Suche ist Victoria nicht wirklich weiter gekommen, denn keiner will ihre Fragen beantworten. Doch sie wird das Gefühl nicht los, dass das alles mit dem Waisenhaus in ihrer Straße zu tun hat und eh sie sich versieht, ist sie mitten drin in dem Albtraum. Wird sie es schaffen, die verschwundenen Kinder zu befreien und was hat es mit dem Waisenhaus auf sich?

Als ich „Das Haus der verschwundenen Kinder“ von Claire Legrand in meinem Briefkasten fand, dachte ich, ich hätte ein Kinderbuch vor mir. Aber ich habe mich geirrt und wie ich mich geirrt habe. Die Geschichte ist wirklich sehr skurril. Ich glaube Tim Burton hätte dieses Buch nicht besser schreiben können. Die Ideen der Autorin sind einfach neuwertig und absolut fantastisch. Ich bin wirklich begeistert von „Das Haus der verschwundenen Kinder“. Der Schreibstil ist fließend, detailliert und abenteuerlich. Mir hat es großen Spaß gemacht diese neue Welt zu entdecken. Aber ich muss auch sagen, dass dieses Buch kein Buch ab 12 Jahren ist. Ich muss jetzt leider, um das zu erklären, spoilern. Also ich würde nicht wollen, dass meine zukünftigen Kinder lesen, wie Kinder in Missgeburten verwandelt werden, denen Gliedmaßen abgeschnitten und diese den Kindern dann als Rührei mit Fleischstückchen zum Essen serviert werden. Ehrlich gesagt, war selbst für mich das etwas zu heftig und ich bin 21 Jahre alt. Was sollen denn da Kinder ab 12 Jahren denken? Natürlich passte es zu dieser ganzen skurrilen Geschichte, aber dann sollte das Empfehlungsalter wirklich hoch gesetzt werden. Außerdem fand ich es auch grausam, dass Kinder gefoltert werden, nur um ihnen ihre schlechten Angewohnheiten abzugewöhnen. Diese Szenerien hätten auch so in einem Thriller vorkommen können. Also für Kinder ist dieses Buch absolut nicht empfehlenswert, aber nur wegen solchen brutalen Szenen. Die Charaktere fand ich ebenfalls interessant. Anfänglich war mir Victoria etwas zu unterkühlt. Sie hat sich nur für ihre Zensuren und die Sauberkeit in ihrem Zimmer interessiert. Immer mehr wird sie sensibler und will anderen helfen. Sie ist nicht mehr so egoistisch und wird immer hilfsbereiter. Nach und nach habe ich sie in mein Herz geschlossen und ihre Fähigkeit Abläufe zu organisieren und die Führungsrolle zu übernehmen, haben mir sehr imponiert. Lawrence ist eher ein sehr schüchterner und gutmütiger Charakter. Er nimmt es Victoria nie übel, wenn sie ihn mal wieder wegen irgendetwas rügt. Er akzeptiert die Menschen so wie sie sind. Ich mochte ihn wirklich sehr und war etwas traurig, als er verschwand. Umso schöner war es als er wieder in dem Buch auftauchte.
Das Cover ist sehr detailliert und zeigt eigentlich alles, was für die Geschichte relevant ist.
„Das Haus der verschwundenen Kinder“ von Claire Legrand ist ein abenteuerliches Buch mit vielen Facetten. Es ist eine skurrile und gruselige Geschichte für Erwachsene und bereitet den Lesern viele schaurig schöne Stunden. 


1 Kommentar:

  1. Hey, Maria:)
    Eine wirklich schöne Rezi! Das Cover verwirrte mich auch erst etwas, aber im Nachhinein ist es doch wirklich passend und echt mal ganz anders, oder? Auch die Zeichnungen innen fand ich einfach nur klasse:)

    LG und noch einen schönen Resttag,
    Claudia :)

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