Sonntag, 24. August 2014

[Rezension] "Rauklands Sohn" von Jordis Lank

Copyright El Gato Verlagshaus

Titel: Rauklands Sohn

Autor: Jordis Lank

ÜbersetzerIn: -

Verlag: El Gato Verlagshaus

Format: Taschenbuch/ eBook


Preis: 12,90€ / 3,99€

Seiten: 364

ISBN: 978-3943596045



Rauklands Sohn von Jordis Lank

Facebook wird von Tag zu Tag wichtiger. Leser holen sich Lesetipps, Autoren vermarkten ihre Bücher und BloggerInnen machen Werbung für ihre Blogs. Über Facebook ist auch die liebe Autorin Jordis Lank auf meinen Blog aufmerksam geworden und fragte mich, ob ich ihren Debütroman „Rauklands Sohn“ lesen und rezensieren würde. Natürlich sagte ich sofort zu, weil ich von der Geschichte fasziniert war. Ich möchte mich daher ganz herzlich bei Jordis Lank und dem El Gato Verlagshaus für das Rezensionsexemplar bedanken, denn wenige Tage später befand sich das Buch in meinem Briefkasten und ich durfte auf 356 Seiten einen jungen Mann kennenlernen, der lernen musste, dass sich nicht jedes Problem mit Kraft und einem Schwert lösen lässt.

Raukland ist ein sehr mächtiges aber hartes Land. Das bekommt auch Ronan, der Sohn des Königs von Raukland, zu spüren. Er musste schon seit er 5 Jahre alt war, lernen, wie man mit einem Schwert kämpft und gegen Schmerz ankämpft. Es zählen nur gewonnen Schlachten, denn alles andere wäre eine unverzeihliche Blamage, die der König von Raukland hart bestrafen würde. Dies muss auch Ronan lernen, als er anstatt den Feind in einen Hinterhalt zu führen, betrunken in seinem Zelt liegt. Sein Vater Azael kennt auch ihm gegenüber keine Gnade und verhängt eine furchtbare Strafe. Ronan soll mit 20 Hieben ausgepeitscht werden. Doch da der Schmerz Ronan nicht fremd ist, lässt er diese Strafe über sich ergehen ohne auch nur einen Laut von sich zu geben. Dies ärgert seinen Vater so sehr, dass er seinen eigenen Sohn mit dem Erkennungszeichen von Raukland selbst brandmarkt. Zum Glück fällt Ronan rechtzeitig in Ohnmacht. Er bekommt dabei nicht mit, was sein Vater für ihn geplant hat. Als Ronan erwacht, erfährt er, dass er ein Jahr auf einer Insel namens Lannoch verbringen und sich den Aufgaben des Lannocher Königs stellen soll. Denn dies ist die Bedingung dafür, dass Azael Lannoch bekommt. Ohne jegliches Mitspracherecht befindet sich Ronan zwei Wochen später auf der kleinen überschaubaren Insel. Und schon die erste Aufgabe stellt ihn vor eine große Herausforderung. Denn Ronan soll einen Freund finden, doch wie soll er das anstellen? Und nicht nur diese Aufgabe hat es in sich und Ronan merkt langsam, dass das kein einfaches Jahr wird.

Ich wollte „Rauklands Sohn“ unbedingt lesen, weil ich von der Idee der Geschichte sehr angetan war. Nachdem ich das Buch nun beendet habe, kann ich nur sagen, dass ich diese Geschichte großartig finde. Anfangs kam ich etwas schwer in die Geschichte, weil ich erst einmal die ganzen Namen sortieren und die Verwandtschaftsverhältnisse ausmachen musste. Aber als ich das geschafft hatte, konnte ich mich in die Geschichte fallen lassen. Und diese hatte es wirklich in sich. Ich war wirklich gefesselt von der Atmosphäre, die das Buch vermittelte. Außerdem war die Story sehr glaubwürdig. Ronan wurde nicht sofort liebevoll von der Gemeinde aufgenommen, sondern musste sich erst beweisen. Dass sich das durch das ganze Buch zog, fand ich wirklich großartig. So wurde die Spannung über das ganze Buch hinweg aufrecht erhalten. Den Schreibstil der Autorin empfand ich als sehr angenehm und anschaulich. Für mich ist es immer wichtig, dass Autoren ihre Welt auch beschreiben können. Ich hatte einfach das Gefühl, dass vor allem Lannoch zu meiner kleinen Heimat geworden ist, weil ich es mir sehr bildlich vorstellen konnte und mir viele Orte im weiteren Verlauf des Buches sehr vertraut waren. Eine Liebesgeschichte gibt es in „Rauklands Sohn“ auch, jedoch steht diese nicht so im Vordergrund, was ich allerdings auch als aufregend und psotiv empfand. Ansonsten steht in 95% der Bücher die Liebesgeschichte im Mittelpunkt, es war einfach mal erfrischend, etwas anderes zu erleben.
Weiterhin fand ich es schön aus der Sicht eines männlichen Protagonisten ein neues Buch zu entdecken. Ronan mochte ich auf Anhieb. Man bekommt sehr schnell mit, dass er es in seinem Leben nicht leicht hatte und deswegen so hart geworden ist. Aber nach und nach taut er auf und merkt, was im Leben wirklich zählt. Diese Entwicklung finde ich ganz wichtig, denn nichts ist schlimmer, als ein Charakter der nichts dazulernt. Vor allem sein Freund Liam hat an dieser Entwicklung mit „Schuld“. Eigentlich ist Liam ein etwas ängstlicher Charakter, was aber auch in seiner Vergangenheit begründet liegt. Trotzdem bleibt er an Ronans Seite und hilft ihm, wo er nur kann. Ich habe mir die beiden immer so vorgestellt, dass Ronan die kämpferische und Liam die einfühlsame und bodenständige Seite des Duos ist.
Bei den Charakteren hat sich Jordis Lank richtig viel Mühe gegeben, denn keiner ist so wie der andere. Jeder Charaktere hat etwas individuelles, was ihn auszeichnet. Ich finde, dass das ganze Buch eine sehr hohen Wiedererkennungswert hat.
Das Cover ist sehr dunkel gehalten, passt aber definitiv zu der ganzen Geschichte. Es ist jetzt keine Eyecatcher, aber es erfüllt durchaus seinen Zweck.
„Rauklands Sohn“ ist der erste Band der Trilogie und ich kann gleich sagen, dass niemand Angst vor einem bösen Cliffhanger haben muss. Natürlich weckt das Ende die Neugier auf den zweiten Band „Rauklands Blut“, aber es funktioniert auch als Einzelband. So ein Ende hinzubekommen ist ziemlich schwierig, aber Jordis Lank hat es mit Bravour gemeistert.
Alles in allem hat mir „Rauklands Sohn“ von Jordis Lank außerordentlich gut gefallen und ich bin wirklich schon auf die weiteren Bände gespannt. 


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