Sonntag, 3. August 2014

[Rezension] "Ein ganzes Ja" von Luisa Sturm


Copyright Luisa Sturm

Titel: Ein ganzes Ja


Autor: Luisa Sturm

ÜbersetzerIn: -

Verlag: Selfpublishing

Format: Taschenbuch/ eBook


Preis: 12,95€ / 0,99€

Seiten: 390

ISBN: 978-1499537871



Ein ganzes Ja von Luisa Sturm

Der Juli war für mich der Monat der Blogtouren. Eine der Blogtouren war für das Buch „Ein ganzes Ja“ von Luisa Sturm. Daher habe ich von der Autorin das eBook zu „Ein ganzes ja“ zugemailt bekommen. Dafür möchte ich mich ganz herzlich bei ihr bedanken. Auf 390 Seiten konnte ich alle Höhen und Tiefen der Beziehung von Erik und Becca miterleben und sie auf ihrem Weg vom Teenager bis hin zum Erwachsenen begleiten.

Rebecca, die von allen nur Becca genannt werden will, ist gerade einmal 14 als sie mit ihren Eltern in ein kleines Dorf in der Nähe von Augsburg ziehen muss. Von dem Umzug ist Becca ganz und gar nicht begeistert. Sie muss ihre Freunde und vor allem die Großstadt verlassen und sich wieder ganz neu einleben. Dass, das nicht einfach wird bekommt sie gleich von ihrem neuen Nachbarn Erik, der zu allem Übel der Schwarm der ganzen Schule ist, zu spüren. Eigentlich will sie nur für ihren Vater eine Bohrmaschine ausleihen, aber nach dieser unfreundlichen Begegnung wird sie sich hüten wieder an einer fremden Haustür etwas auszuleihen, nicht einmal wenn ihr Vater sie dahin schleifen würde. Auch an ihrem ersten Schultag bekommt sie zu spüren, dass sie die Neue und die Fremde in dem kleinen Dörfchen ist. Keiner ihrer neuen Mitschüler/-innen will, dass Becca im Schulbus neben ihnen sitzt, außer Manu. Dieser stellt ihr auch gleich Paul vor, der das Getuschel der Anderen über Becca mit einem einzigen Blick zum verstummen bringt. Niemals hätte Becca gedacht, dass sie an diesem Tag eine beste Freundin findet, aber als sie sich der Klasse vorstellt, muntert sie eine ihrer Klassenkameradinnen auf und schon weiß sie, dass sie die besten Freundinnen werden. Becca lebt sich relativ schnell ein und auch die Jungs zeigen ihr Interesse an ihr. Zum Leidwesen ihres Vaters, der von dieser Situation gar nicht begeistert ist. Auch Erik signalisiert sein Interesse, doch Becca ist sich nicht sicher, ob er nur mit ihr spielt oder sie wirklich als Freundin will. Als Erik ihr dann jedoch seine Liebe gesteht, ist es um sie geschehen und die beiden sind das Traumpaar. Doch dann stellt Erik sie vor eine lebensverändernde Entscheidung und Becca muss sich der Frage stellen, ob Liebe wirklich alle Hindernisse überwinden kann.

Auf den ersten Blick habe ich von den Buch eine locker leichte Liebesgeschichte erwartet. Ich wurde dahingehend auch nicht enttäuscht. Ich mochte diese lockere Stimmung und den unverkrampften und spielerischen Schreibstil der Autorin. Sie hat eine ganz eigene Art die Dinge zu beschreiben und zu schildern. Was meinen Lesefluss jedoch negativ beeinflusste, waren diese „Zeitsprünge“. In dem einen Moment bist du mit der Protagonistin noch in der Schule und dann plötzlich beim Abendessen mit den neuen Nachbarn. Das ging mir einfach zu schnell und man hatte dazu kaum eine Verbindung. Man musste sich also viel zusammenreimen und das störte mich dann doch. Außerdem blickte man ab und zu in die noch nicht soweit weg liegende Vergangenheit und war wieder komplett raus. Wenn diese „Zeitsprünge“ besser miteinander verknüpft gewesen wären, wäre ich definitiv zufrieden gewesen, denn an sich liebe ich es, wenn in einem Buch einige Jahre vergehen und man die Charaktere aufwachsen sieht. Was mich auch etwas irritierte war eine Szene, als Becca schon Erwachsen ist. Sie trifft auf eine alte Schulkameradin mit Namen Esther. Aber plötzlich hieß sie Tina und dann wieder Esther. Ich war komplett verwirrt und dachte, da steht noch eine 2. Person, aber dem war nicht so. Zum Glück passierte das nicht noch einmal, jedenfalls ist mir nichts weiter in diesem Sinne aufgefallen.
Auf den ersten Seiten waren mir die Charaktere wirklich sympathisch, aber dann entwickelte sich so ein leichter Unglauben. Becca und Erik sind absolut abhängig voneinander und verletzten sich psychisch gegenseitig. Ich konnte mir das teilweise gar nicht mehr mit „ansehen“. Becca ist komplett abhängig von ihm und merkt erst sehr spät, dass da etwas komplett schief läuft. Aber selbst nach der Trennung der Beiden, kommt sie nicht über ihn hinweg und versucht verzweifelt ihn zu vergessen. Sie entwickelt selbstzerstörerische Tendenzen und bekommt das vorläufig nicht mal mit. Ich war wirklich so froh, dass sie noch die Kurve bekommt und einsieht, dass man seine Vergangenheit nicht verleugnen kann. Und was soll ich bitte zu Erik sagen? Der Junge hat so gut wie alle falsch gemacht, was man nur falsch machen kann. Er ist extremst eifersüchtig, engt Becca komplett ein und tickt sogar aus, wenn ein Mann nur mit ihr redet. Er beteuert, dass sie seine große Liebe ist, aber ist nicht in der Lage Kompromisse einzugehen. Er nimmt Becca vollkommen in Beschlag. Also mit Eric wäre ich sicherlich nie jahrelang zusammengeblieben. Aber die Beiden waren einfach süchtig nacheinander. Und eine Sucht ist eben niemals gut. Auch auf ihre Freunde hören sie nicht. Was ich dann auch schrecklich fand, war, dass Beccas beste Freundin ihr die Freundschaft wegen einem Kerl kündigt. Es tut mir leid, aber was ist denn das dann für eine Freundschaft? Das hat mich wirklich auf die Palme gebracht. Umso schöner fand ich es, dass die beiden sich nach Jahren wieder versöhnen. Wen ich jedoch mochte, war Paul. Paul ist auf seine ganz eigenen Art so lustig und einfach ein richtig guter Freund. Ich musste jedes Mal lächeln, wenn Becca ihm begegnete. Und er brachte mir das Buch auch näher.
Das Cover ist schlicht gehalten, spiegelt aber den Kern der Geschichte perfekt wieder. Ich mochte den Kontrast der Farben sehr. Das Cover ist wirklich sehr einprägsam und sehr gut gelungen.
„Ein ganzes Ja“ von Luisa Sturm ist ein locker leichter Liebesroman für Zwischendurch. Ich möchte ihn jedem empfehlen, der einfach eine entspannte Sommerlektüre möchte.

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