Montag, 26. Mai 2014

Rezension "Dustlands - die Entführung" von Moira Young


Titel: Dustlands - Die Entführung

Autor: Moira Young

ÜbersetzerIn: Alice Jakubeit

Verlag: Fischer Verlag

Format: Hardcover/eBook

Preis: 16,99€/8,99€

Seiten: 464

ISBN: 978-3841421425


Dustlands - die Entführung von Moira Young

An einem Sonntagmittag gibt es manchmal nichts besseres als auf anderen Blogs die Rezensionen zu lesen. Immer wieder konnte ich dabei Rezensionen zu „Dustlands – die Entführung“ von Moira Young entdecken. Somit wurde ich immer neugieriger auf das Buch und als der Fischer Verlag den 2. Band ankündigte, habe ich mir „Dustlands – die Entführung“ sofort bestellt. Auf 450 Seiten konnte ich Saba und ihrer kleinen Schwester auf der Suche nach ihrem entführten Bruder folgen.

Saba und Lugh wachsen am Silverlake mit ihren Eltern auf. Das Glück scheint perfekt zu sein, doch dann wird ihre gemeinsame Mutter schwanger. Viel zu früh bekommt sie ihre jüngste Tochter und stirbt wenige Tage später an der Geburt. Seitdem ist nichts mehr wie es war. Ihr Vater ist nur noch ein Schatten seiner selbst und Saba beginnt ihre kleine Schwester zu hassen. Immer häufiger lässt sie ihren Frust an ihr aus und will auch ihren Bruder für sich alleine haben. Es häufen sich dann auch noch die Probleme. Der Silverlake trocknet nach und nach aus, es regnet schon seit einem großen Zeitraum nicht mehr und es gibt kaum noch etwas essbares. Außerdem müssen Saba und Lugh, ihres Zeichens Zwillinge, immer wieder das Haus reparieren, was vom Sturm immer wieder beschädigt wurde. Die Stimmung wird immer angespannter und so passiert es, dass Lugh den Silverlake verlassen und alles hinter sich lassen will. Doch dann kommt alles anders als geplant. Lugh wird von schwarz gekleideten Reitern entführt und ihr Vater wird bei dem Versuch ihn zu retten, erschossen. Da Saba und Lugh eine sehr tiefe Verbindung zueinander haben, will sie ihn retten. Doch da gibt es noch ein Problem: ihre kleine Schwester. Diese hat ihren eigenen Kopf und will Saba bei der Rettung von Lugh helfen, doch diese ist von dieser Idee ganz und gar nicht begeistert. Nachdem ihre kleine Schwester ihr jedoch gefolgt ist, hat sie keine andere Wahl als sie mit auf die Suche zu nehmen. Ihr Unglück reißt aber nicht ab. Auf dem Weg nach Hopetown treffen sie auf 2 Reisende, die sie austricksen und entführen. Wenig später findet sich Saba in einem Kampfkäfig wieder und muss um ihr Überleben kämpfen, während ihre Schwester als Haushaltshilfe arbeiten muss. Doch dann bietet sich eine Gelegenheit zur Flucht und Saba lernt eine Welt kennen, die sie nie für möglich gehalten hat...

Ich habe mich wirklich sehr auf „Dustlands – die Entführung“ von Moira Young gefreut. Leider wurde ich sehr schnell ernüchtert, was meine Neugier und meine Freude anging. Ich konnte mich anfangs absolut nicht mit dem Schreibstil anfreunden. Dieses „er sagt“, „sie sagt“, nervte mich auf Dauer. Anfänglich konnte ich diesen Schreibstil auch nicht ignorieren, weil die ersten 100 Seiten, im wahrsten Sinne des Wortes, sehr verstaubt waren. Doch dann wurde die Handlung voran getrieben und die Spannung stieg. Daraufhin störte ich mich auch nicht mehr ganz so arg an dem Schreibstil. Die Story war an sich sehr ausgeklügelt und hat man sich erst einmal durch den Anfang gekämpft, findet man sehr viel Freude an dem Buch. Vor allem an den Charakteren findet man Freude. Jedoch nicht wirklich an Saba. Es geht mir mit ihr, wie mit der Story und dem Schreibstil. Sie war mir anfangs viel zu kühl und fies. Natürlich kann ich verstehen, dass man nicht immer die Ruhe bewahren kann, wenn einem eine jüngere Schwester auf der Nase herumtanzt, doch sie war immer auf 180, sobald es um ihre Schwester ging. Es war egal ob sie eine super Idee hatte oder etwas angestellt hat. Dadurch wurde ich mit Saba nicht warm. Erst sehr spät zeigte sie ihre Gefühle und konnte sich auch mal Fehler eingestehen. Diese Entwicklung machte sie mir dann zum Glück doch noch sympathisch. Auf ihrem Weg trifft Saba auf allerhand neue Personen, die ich leider unmöglich alle benennen kann. Jedoch werden mir Jack und Ike ewig im Gedächtnis bleiben. Ike ist egal um was es geht ein sehr lustiger und sympathischer Zeitgenosse. Er hilft seinen Freunden und verurteilt die Menschen nicht. Er ist sehr gut darin hinter die Fassade eines Menschen zu schauen. Vor allem kümmert er sich sehr liebevoll um seinen tauben Ziehsohn. Sein bester Freund ist Jack, den Saba in ihrer Gefangenschaft kennenlernt. Jack bleibt bei Saba, obwohl sie ihn immer abweist und wer würde das schon? Er hilft ihr ihren Bruder zu finden und kümmert sich rührend um Saba's kleine Schwester. Jack ist zu allen Personen und Tieren sehr freundlich. Außerdem ist er sehr intelligent und weiß wovon er spricht. Für seine jungen Jahre hat er sehr viel Lebenserfahrung.
Aber auch viele Nebencharakter haben mir sehr gut gefallen. Ich fand es auch gut, dass man sofort einschätzen konnte, wer die Bösen und wer die Guten sind.
Das Cover ist wieder wunderschön gestaltet. Ich denke, dass das Mädchen auf dem Cover Saba darstellen soll, die sich gerade auf dem Weg durch die Wüste auf der Suche nach ihrem Bruder befindet. Nimmt man den Schutzumschlag ab, zeigt sich einem das gleiche Bild.
Ich möchte „Dustlands – die Entführung“ jedem empfehlen, der Lust auf eine Suche durch lange Wüstenpassagen hat, die in vielen aufregenden Abenteuern endet.



Kommentare:

  1. Spielt das in den 30er Jahren? Ich habe gerade erst ein Buch gelesen, das in den 30ern spielt und wo es um die jahrelange Dürre und die Staubstürme geht.

    Jetzt, wo du das über den Schreibstil gesagt hast, werde ich mir wohl erstmal eine Leseprobe durchlesen, um zu gucken, ob ich damit leben kann. :-)

    Schöne Rezi!

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    1. Hey Mikka,

      vielen Dank für dein Lob. Also für mich war der Schreibstil anfangs wirklich nur schwer zu ertragen, aber ich lese gerade den 2. Teil "Dustlands - der Herzstein" und habe mich langsam daran gewöhnt.
      Ich weiß nicht genau, in welcher Zeit das Buch spielt. Es lässt sich sehr schwer einschätzen. Genauere Hinweise auf die Zeit gibt es nicht. Es wir nur immer von einer Abwrackerzeit geredet und ein König regiert das Land. Aber wirklich aussagekräftig ist das nicht, weil ein König kann auch in der Zukunft regieren etc. Ich habe mir es dann persönlich so vorgestellt, dass unsere Gesellschaft zusammen gebrochen ist und sich dadurch eine neue Gesellschaftsform ergeben hat, in der jetzt Saba lebt. Aber ich weiß es leider nicht. Falls du etwas herausfinden solltest, dann sag mir bitte mal Bescheid, weil das würde mich auch mal interessieren.
      Viele liebe Grüße
      Maria

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